Laudatio Katholischer Sozialpreis 2011

Gestern wurde der Katholische Sozialpreis 2011 der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein auf dem Sozialen Forum des Dekanats vergeben. Vor über 100 geladenen Gästen konnte im Neuen Hörsaal des St. Marien-Krankenhauses Siegen Dr. Theodor Gräbener, Vorsitzender des Stiftungsrates der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein, gleich acht Projekte prämieren. Lesen Sie hier seine Laudatio:

(Es gilt das gesprochene Wort.)

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine besondere Ehre und Freude, heute Abend im Namen der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Witttgenstein die Verleihung des 1. Katholischen Sozialpreises für Siegen-Wittgenstein vornehmen zu dürfen.

Ich weiß, die Spannung der Bewerber und Beteiligten ist sicher schwer auszuhalten, zumal sich die Mitglieder des Stiftungsrates und des Stiftungsvorstandes zu absoluter Geheimhaltung verpflichtet haben und keine der teilnehmenden Gruppierung weiß, ob sie bei den Gewinnern sein werden oder nicht.

Gestatten Sie mir dennoch, ein paar Worte vorab an Sie zu richten.

Die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein ist noch ein recht junges, aber stark wachsendes Pflänzchen. Nach intensiven Vorbereitungen wurde die von der Marien Gesellschaft Siegen gGmbH, dem Caritasverband Siegen-Wittgenstein e.V. und dem Sozialdienst Katholischer Frauen Siegen e.V. gegründete Stiftung im November 2009 von Erzbischof Becker kirchlich anerkannt und nahm dann im Jahr 2010 die Arbeit auf.

Die Idee war, mit Hilfe einer regional aktiven Stiftung für die vielfältigen sozialen Belange unserer Region da zu sein. Dass diese Idee nicht nur von den Gründungsstiftern mitgetragen wird, wurde schnell deutlich. Mit Hilfen von kleineren und größeren Spenden und einer Zustiftung konnte ein erstes Projekt, die Ausbildung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ambulanten ökumenischen Hospizarbeit, welche durch den Caritasverband durchgeführt wird, unterstützt werden. Die Unterstützung eines weiteren Projektes, der Begleitung von Frauen nach der Geburt ihres Kindes in Krisensituationen haben wir in unserer letzten Sitzung beschlossen.

Um das vielfältige ehrenamtliche Engagement im sozialen Bereich in unserer Region zu würdigen, hat sich der Vorstand und der Stiftungsrat der Sozialstiftung entschlossen, einen Katholischen Sozialpreis für das Jahr 2011 in Höhe von insgesamt 6.000 € auszuloben.

Bewerben konnten sich um diesen Preis Personen und Organisation mit kirchlichem Bezug, die sich mit den besonderen Situationen oder Problemen Not leidender oder sozial benachteiligter Menschen in der Region Siegen-Wittgenstein beschäftigen. Zugelassen waren begonnene und noch nicht abgeschlossene Projekte. Ganz bewusst haben wir uns im Sinne der Ökumene auch nicht nur auf katholische Organisationen beschränkt.

Ich muss gestehen, wir waren im Stiftungsrat und im Stiftungsvorstand sehr gespannt, wie ein solcher Katholischer Sozialpreis in unserer Region angenommen würde. Wir waren zwar alle von der Idee überzeugt, aber Erfahrungen hatten wir keine. Und deshalb kann ich jetzt schon mit Freude sagen: Es gibt bei der Verleihung des 1. Sozialpreises keine Verlierer, sondern nur Gewinner!

Bis zum Einsendeschluss am 1. August 2011 gingen acht schriftliche Bewerbungen ein. Die von den Bewerbern dargestellten Projekte konnten alle in das Verfahren aufgenommen werden und zeugten nicht nur von Ideenreichtum, sondern vor allem von enormem und beeindruckendem sozialen Engagement, ganz offensichtlich inspiriert und getragen vom Gedanken der christlichen Nächstenliebe.

Nach einer ersten Sichtung der Unterlagen haben wir dann Anfang August 2011 entschieden, dass wir alle Bewerber bzw. deren Repräsentanten persönlich kennen lernen wollten. Dieses Kennenlernen fand dann in einer mehrstündigen Sitzung am 26. September 2011 statt, wo der erste Eindruck nochmals verstärkt wurde: Es gibt Menschen in unserer Region, die enorm hohen persönlichem Einsatz engagiert sind, um konkrete Nöte – wie immer diese auch im Einzelfall auch aussehen mögen – zu lindern. Durch dieses Engagement wird unsere manches Mal so unmenschliche Welt menschlicher, ja menschenwürdiger. Und dafür gebührt nicht nur den Bewerbern für den Sozialpreis, sondern allen ehrenamtlich sozial Engagierten Menschen höchste Anerkennung und unser Dank!

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

kommen wir nun zur Preisverleihung: Die acht eindrucksvollen Bewerbungen veranlassten zunächst Stiftungsrat und Stiftungsvorstand wirklich alle Bewerbungen zu prämieren und damit zu Gewinnern zu erklären. Einmütig haben wir das Preisgeld um 2.500 € aufgestockt, um fünf Projekte mit jeweils 500 Euro zu würdigen.

Ich darf nun der alphabetischen Reihenfolge nach folgende Projekte aufrufen:

• Die ambulante ökumenische Hospizhilfe Siegen e.V. mit ihre Projekt „Hospiz macht Schule“
• Die Caritaskonferenz St. Johannes Baptist Kreuztal mit dem Projekt „Zuwanderung gestalten – Integration fördern“
• Das Katholische Jugendwerk Förderband Siegen-Wittgenstein e.V. mit dem Projekt „Baucamp“.
• Die Kleiderstuben der Caritaskonferenzen im Dekanat Siegen mit dem Projekt „Mode aus der Kleiderstube“
• Und das Sozialwerk St. Georg Westfalen Süd gGmbH mit dem Projekt „Bürgerschaftliches Engagement Behinderter“

Und nun zum dritten Preis:

Alkoholabhängigkeiten stellen in unserer Gesellschaft ein großes Problem dar. Arbeitsverhältnisse und Beziehungen gehen sehr häufig dabei kaputt. Professionelle Hilfe ist genauso notwendig wie Gruppen, in denen neue Beziehungen möglich werden, um abstinent zu werden und auch zu bleiben. Eine Gruppe mit ca. 35 Gruppenbesuchern trifft sich hier in Siegen wöchentlich mit rein ehrenamtlichem großem Engagement, um an suchtspezifischen Themen zu arbeiten. Der dritte Preis mit 1000 Euro geht an die Kreuzbundgruppe Siegen.

Kommen wir zum zweiten Preis mit einem Preisgeld von 2000 Euro:

„Unsere Zeit entlastet Sie“ – so steht es auf einem Flyer eines Helferkreises, welcher durch seinen Dienst die Betreuung und Unterstützung von Menschen in der häuslichen Umgebung ermöglicht. In Zusammenarbeit mit dem Projekt Atempause wird ein spezieller Entlastungsdienst für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz angeboten. Insgesamt 50 Frauen betreuen, unterstützen, begleiten und entlasten und verstehen ihren Dienst als Ausdruck ihres christlichen Glaubens. Wir gratulieren dem Helferkreis Kaan-Marienborn!

Und nun, meine sehr geehrten Damen und Herren, der ersten Sozialpreis der Katholischen Sozialstiftung geht an die Caritaskonferenz der Pfarrei St. Augustinus Keppel!

Zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde Müsen und der Diakonie der Evangelisch Reformierten Kirchengemeinde Hilchenbach wurde das Projekt „Gelebte Ökumene in der Stadt Hilchenbach“ ins Leben gerufen und in den letzten Jahren mit einer Heerschar von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchgeführt.
In vier verschiedenen Unterprojekten sind dabei aktuell ca. 85 Personen tätig.
Diese sind:
• Die Ökumenische Kleiderstube
• der Ökumenische Tisch Hilchenbach
• der ökumenische Helferkreis Hilchenbach
• und die Schülerförderung Hilchenbach

Ich darf nun Herr Karl-Josef Rump, den Vorsitzenden der Caritas Konferenz der Pfarrgemeinde St. Augustinus Keppel in Hilchenbach-Dahlbruch nach vorne bitten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Im Namen der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein möchte ich allen Bewerbern um den Katholischen Sozialpreis 2011 danken. Durch Ihr Engagement leisten Sie einen unverzichtbaren Bestandteil für unsere Gesellschaft. Durch Ihren Mut, am Preisverfahren teilzunehmen, haben Sie dazu beigetragen, dass das oftmals sehr verborgene ehrenamtliche soziale Engagement aller Menschen in unserer Region ein wenig Öffentlichkeit erfährt und damit auch die Wertschätzung bekommt, die sie in der Tat auch verdient. Ich danke dem Dekanat Siegen, dass wir als Katholische Sozialstiftung im Rahmen des 2. Sozialen Forums den Sozialpreis verleihen durften und damit auch einen sehr würdigen Rahmen für diese Preisverleihung erhalten haben.

Und ich kann Ihnen heute schon sagen: Wenn wir als Stiftung genügend Mittel zur Verfügung haben, werden wir auch im Jahr 2012 einen Sozialpreis stiften um mitzuhelfen, dass soziales Engagement in unserer Region geschätzt und unterstützt wird.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!